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VORTRAGSREIHE
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Parallel zur Ausstellung beinhaltet die Konzeption von site-seeing: disneyfizierung der städte? eine Vortragsreihe und eine Publikation, in welcher die künstlerischen Beiträge um wissenschaftliche Analysen des zeitgenössischen urbanen Wandels ergänzt und Projektergebnisse dokumentiert werden. Die Vortragsreihe besteht aus fünf Panels, die je zwei Referent/innen und anschließende Diskussionen vorsehen. Die Themengebiete sind interdisziplinär angelegt und beziehen sich auf Architektur, Soziologie, Medien-, Kunst- und Kulturtheorie. Die Gestaltung und Situierung des <Vortragsraumes> wird vom Büro für kognitiven Urbanismus entwickelt. Für jedes der fünf Panels wird ein Ort in Wien ausgewählt, der einen Bezugsrahmen zum Thema vorgibt.
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dis-sites
Büro für kognitiven Urbanismus
Gestaltung und Situierung des <Vortragsraumes>
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Für das Projekt <site-seeing> eingeladen den Vortragsraum zu gestalten, hat das Büro für kognitiven Urbanismus vorgeschlagen, die geplanten Vorträge und Diskussionen nicht im Künstlerhaus zu beheimaten, sondern für jedes Panel ein spezifisches urbanes Ambiente, eine städtische Referenzebene für die verhandelten Themen zu suchen. Diese Orte bzw. <dis-sites> lokalisieren die Diskurse über städtische Probleme in der Stadt selbst. Damit ist eine Diskursivierung der Räume genauso verbunden wie eine Verräumlichung der Diskurse. Der Stadtraum wird zum Vortragsraum und der Vortragsraum im Künstlerhaus zur Referenzebene für die verschiedenen Perspektiven auf die Stadt und in der Stadt: displayed, displaced, distributed, distanced und dislocated.
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[ DISNEY WIEN ]
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displayed
Kunsthalle
project space
Do 09-01-03 19:00

Frank Roost
Architektursoziologe
Berlin

Dr. Siegfried Mattl
Historiker
Institut für
Zeitgeschichte
der Universität Wien
und Co-Direktor des
Ludwig Boltzmann
Instituts für
Geschichte
und Gesellschaft
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Themenparks mit ihrer Mischung aus historisierender Inszenierung und modernem Serviceangebot werden in den USA zu Modellen für Stadtplanung und Revitalisierungsprojekte. In der Wiener Innenstadt bedarf es dagegen keiner baulichen Simulationen, da die Architektur bereits in einem historisch definierten Raum vorhanden ist. Das erste Panel wird sich in diesem Zusammenhang mit dem Begriff der <Disneyfizierung> auseinandersetzen und analysieren, ob sich die Terminologie auch zur Beschreibung des urbanen Wandels in Europa eignet. Des Weiteren soll diskutiert werden, inwieweit historische europäische Entwicklungen die Phänomene in den USA vorweggenommen haben. Nach dieser Lesart würde es sich bei der <Disneyfizierung> um ein europäisches Phänomen handeln, welches nun transformiert aus den USA re-importiert wird.
Die <Disneyfizierung> von Stadtteilen bedeutet auch die Besonderheit eines urbanen Ambientes gestalterisch zu markieren und den Blick zu adressieren. Displays dienen dazu, die Bedeutung eines Themas oder Gegenstandes hervorzuheben, von der Alltäglichkeit abzuheben, dafür eine andere Realitätsebene zu behaupten und diese zu exponieren. Ohne den institutionellen Rahmen zu verlassen, wird das erste Panel in der Kunsthalle am Karlsplatz situiert, um das benachbarte Künstlerhaus in seinem urbanen Kontext neben anderen Institutionen ins Auge zu fassen. Aus dieser Perspektive erscheint der Karlsplatz wie ein historisch gewachsener Themenpark für Kultur in der Stadt. Im selben Maße werden die Vorträge von einer architektonischen Vitrine gerahmt, d.h. exponiert, und dem Blick die Differenz zwischen der Alltäglichkeit des Diskurses und seiner institutionellen Exklusivität dargeboten.
[disney wien ]
Kunsthalle am Karlsplatz
project space
Treitlstrasse 2, 1040 Wien
U1/ U2/ U4 Station Karlsplatz
1 Resselpark
2 Wiedner Hauptstraße
3 Treitlstrasse
4 Operngasse

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[ SPECTACLES ]
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displaced
ORF Zentrum
Do 16-01-03 19:00
Regina Bittner
Kulturwissen-
schaftlerin und
Kuratorin
Projektkoordinatorin
der Stiftung
Bauhaus Dessau
Jochen Becker
Kritiker und Kurator
Berlin
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Stadtkultur wird als bunte Collage aus Events, repräsentativer Kultur und urbanem Flair inszeniert, um der <neuen Dienstleistungsklasse> etwas zu bieten, mediale Aufmerksamkeit zu erzielen und durch Imagepolitik dem Städtewettbewerb standhalten zu können. Festivals, Sportveranstaltungen, Messen, Freizeitcenter und Shopping Malls garantieren Besucherströme und werden zum Investitionsfaktor für Unternehmen. Inwieweit arbeiten unternehmerische Strukturen und Stadtpolitik Hand in Hand und nutzen städtische Events, um soziale Prozesse zu steuern und zu kontrollieren? Die Idee des <städtischen Handelns> nach der Devise <reclaim the street> verfolgt eine Kritik unternehmerischer Stadtentwicklungsprojekte. Das Panel möchte einem performativen Erlebnisbegriff mit seinen identifikationsstiftenden und karnevalesken Implikationen nachgehen.
Die zweite Vortragsrunde thematisiert die Kommerzialisierung und Festivalisierung urbaner Strukturen und stellt Fragen nach Widerstandspotentialen und einer Rückeroberung des <öffentlichen Raums>. Steht auf der einen Seite die Privatisierung urbaner Terrains, so zeigt sich eine analoge Problematik auf der anderen Seite des <öffentlichen medialen Raums>. Öffentlichkeit ist nur in der Verknüpfung des urbanen wie medialen Raums zu denken. Die Wahrnehmung des einen verändert die Wahrnehmung des anderen. Den urbanen Raum als Ausdruck eines privaten wie öffentlichen Begehrens zu sehen, verwandelt diesen zum Medium. Um die Medialität des Blicks und des Raums als Folie für das zweite Panel zu markieren, wird ein Ort aufgesucht, der über Räume und Öffentlichkeiten spricht, die nur unter der Bedingung erscheinen können, dass sie fern bleiben: das ORF Zentrum am Küniglberg.
[spectacles ]
ORF Zentrum
Würzburggasse 30, 1136 Wien
Shuttlebus vom Künstlerhaus zum
ORF Zentrum, 18:15
oder U4 Station Hietzing - Bus 58B
1 Würzburggasse
2 Alban-Berg-Weg
3 Elisabethallee
4 Küniglberggasse
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[ PUBLIC-PRIVATE
INTERFACE ]

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distributed
Moving Inn im
Twin Tower
Do 23-01-03 19:00
Klaus Ronneberger
Freier Publizist
Frankfurt a. M.
Prof. Margaret Crawford
Department of Urban
Planning and Design
Harvard Graduate
School of Design
Massachusetts
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Der Transformationsprozess von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaften hat weitreichende Folgen auch für die sozialräumliche Struktur der Städte. Kaufkraft und soziale Zugehörigkeit regulieren die Zugänglichkeit von Shopping Malls, Urban Entertainment Centers und zunehmend auch von ganzen Innenstadtbereichen. Ökonomisierung infiltriert sämtliche Kreisläufe, auch individuell-private. Das Panel wird der Frage nach dem Zusammenhang zwischen sozialräumlicher Praktik und restriktiver Ordnungspolitik nachgehen: Generiert die Kommerzialisierung des öffentlichen urbanen Raumes lediglich neue Ausschlussmechanismen oder bieten die privatisierten Räume marginalisierten Gruppen die Möglichkeit, durch alltägliche Praktiken innerhalb der und gegen die Machtstrukturen zu agieren?
Die dritte Vortragsrunde setzt sich mit den Einflussfaktoren ökonomischer Interessen auf die Gestaltung und Wahrnehmung städtischer Terrains auseinander. Diese fördern eine hegemoniale Rhetorik, die sich in den letzten Jahren in Wien der Errichtung von Hochhäusern und der Installation von Urban Entertainment Centers bedient hat. Die Attraktion des Blicks folgt hier einer Quantifizierbarkeit der Aufmerksamkeit und des Interesses. Zur Diskussion steht damit eine Ökonomie der Wahrnehmung, die darin besteht, über die Verbreitung des Angebots mit Anziehungskraft zu rechnen. Paradoxerweise überträgt sich diese Quantifizierbarkeit des Interesses auch auf jene (gegen-)kulturellen Bereiche, die dem hegemonialen Blick entzogen werden sollten.
[ public-private interface ]
Twin Tower, Moving Inn
Wienerbergstrasse 11, 1100 Wien
Bus 65A Station Wienerbergstraße
1 Wienerbergerstraße
2 Triester Straße
3 Aral Tankstelle
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[ WIEN FICTION ]
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distanced
Gasometer
Do 30-01-03 19:00
Prof. John Urry
Department for
Sociology
Lancaster University
Dr. Jonathan Faiers
Artist and Lecturer
Goldsmiths College
University of London
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Durch Historisierungs- und Musealisierungstechniken bemüht sich der Tourismussektor im Zuge von Massentourismus und Stadtimagepolitik verstärkt stadteigene Bilder zu konservieren und zu vermarkten. Fernsehen und Kino generieren und transportieren Bilder von <Stadt> sowie unsere (Selbst-) Wahrnehmung in/von urbanen Strukturen. Wie werden Orte zum Objekt des touristischen Blicks? Wie unterscheidet sich die Figur des Touristen von der des Konsumenten? Touristen und Touristinnen finden sich in Stadtsettings wieder, deren Bilder ihnen durch Medien vermittelt sind, und durchstreifen die ihnen bekannten filmischen Kulissen. Urbane Architektur wird zur Fassade, deren Oberfläche losgelöst von der tatsächlichen Nutzung als Projektionsfläche für verschiedene Imaginationen und Inszenierungen dient Stadt als Bühne. Was macht die Lust des touristischen Blicks aus?
Die vierte Vortragsrunde handelt von der Vermarktbarkeit der Stadt, deren Bild nach touristischen Blicksystemen durchgeformt wird. Dieses Blickregime konzentriert sich auf die Erhaltung historischer Hüllen, um sie als unverwechselbaren Imagefaktor zu instrumentalisieren. Der panoramatische Blick aus einem Glashaus am Dach eines Bürogebäudes auf die gegenüberliegenden Gasometer rahmt das vierte Panel. Was sich dem Auge in dem Gehäuse aus Glas zeigt, erscheint unglaublich nah und doch getrennt von der Realität als Bild. Die Transformation des historischen Industrie-Ensembles der Gasometer in die Kulisse eines marketinggerechten neuen Stadtteiles entspricht dieser Verwertungslogik einer Imagepolitik.
[ wien fiction ]
Gasometer
Änderungen vorbehalten
aktuelle Informationen unter
www.site-seeing.at
Shuttlebus vom Künstlerhaus, 18:15
oder U3 Station Gasometer
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[ SCREENING ]
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dislocated
Planetarium, Prater
Do 06-02-03 19:00
Büro für kognitiven
Urbanismus
Andreas Spiegl
Akademie der
bildenden Künste
Wien
Institut für
Wissenschaften
und Technologie
in der Kunst
Christian Teckert, Architekt, Wien
Prof. Dr.
Marie-Luise Angerer
Kunst- und Medien-
wissenschaftlerin
Kunsthochschule
für Medien, Köln

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Urbane Räume werden zu Schauplätzen der Selbstinszenierung. Es kann in diesem Zusammenhang weniger um die Annahme zweier Positionen, des Selbst und des umgebenden städtischen Raumes gehen, als vielmehr um die Frage, wie sich die Oberflächen der beiden ineinander einschreiben und welche körperlichen und räumlichen Codes hierbei genutzt werden. Ausgangspunkt der Diskussion wird sein, inwieweit das Feld des Sichtbaren als psychischer und physischer Raum medial geprägt ist und sich Grenzen zwischen dem Innen und Außen permanent verschieben. Vor dem Hintergrund des Themas der <Disneyfizierung> der Städte werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Panels die Beziehung zwischen Raum- und Körperpolitik sowie die Positionierung des Subjektes in diesem Gefüge aus Diskursen analysieren.
Das fünfte Panel wird im Planetarium im Wiener Prater stattfinden. Wie das Planetarium den Blick in die unendlichen Weiten des Universums ersetzt, indem es dessen Bilder reproduziert und projiziert, bilden die Projektion des Raumes und die Räumlichkeit der Projektion den Gegenstand dieser Diskussion. Wenn im Projekt von einer <Disneyfizierung> der Stadt die Rede ist, dann wird dieser Prozess hier auf Fragen der Subjekt- und Körperpolitik projiziert, in der sich Begehren, Imagination und Identifikation überlagern. Wenn dieser Prozess den Raum als Bild eines Raumes erscheinen lässt, dann erscheint als Einbildung was als Bild wahrgenommen werden kann, die Vorstellung einer entrealisierten Realität. Einzig real ist dann nicht das Bild, sondern das Begehren nach dem Bild.
[ screening ]
Zeiss Planetarium der Stadt Wien
Oswald-Thomas-Platz 1, 1020 Wien
U1 Station Praterstern/ Wien Nord
1 Praterstern
2 Oswald-Thomas-Platz
3 Gabor-Steiner-Weg
4 Hauptallee
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Moderation der Panels
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Ariane Müller Künstlerin, Stadtplanerin Zukunfts.Station, b.lab, Wien/Berlin
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